Erscheinung des Herrn

  • Foto: Sr. Katharina, Anbetung der Könige, Notre Dame de Paris

Hymnus zum Dreikönigstag

Unzugängliches Licht, das jeden Menschen erleuchtet,
strahle auch für mich, damit ich es wagen kann,
Deine Mildtätigkeit und Macht zu besingen:
Heute ist die Sonne ohne Untergang aufgegangen,
und die Erde ist erhellt vom Licht des Herrn.

Heute verschönern die Feuer-Sterne
die Welt mit der Klarheit ihres Glanzes.
Heute sind wir von Finsternis befreit
und vom Licht der göttlichen Erkenntnis erleuchtet.
Heute sind die Nebel der Welt zerstreut
durch die sichtbare Offenbarung unseres Gottes.
Heute trägt die ganze Schöpfung eine himmlische Leuchte,
und die Ankunft des Herrn bahnt uns einen Weg des Heils.
Heute teilen Erde und Meer die Freude der Welt.
Erfüllt vom Jubel findet sich alles zur Freude des Festes.

Du bist groß, Herr, und Deine Werke sind wunderbar.
Du hast alles aus dem Nichts ins Leben geführt.
Du hast die Schöpfung aus vier Elementen zusammengesetzt,
den Zyklus des Jahres mit vier Jahreszeiten gekrönt.
Dich besingt die Sonne, Dich verherrlicht der Mond.
Zu Dir flehen die Sterne, Dir gehorcht das Licht.
Vor Dir schaudern die Abgründe, Dir dienen die Quellen.
Du hast die Erde auf den Wassern fest gegründet,
die Luft ausgeschüttet, damit man sie atme.

Du, der unendliche, ewige, unaussprechliche Gott,
bist auf die Erde gekommen
in der Gestalt eines Knechtes, den Menschen gleich,
denn Du hast im Mitleid Deines Herzens nicht ertragen,
das bedrängte Menschengeschlecht zu sehen.
Du, unser Gott, Du bist auf Erden erschienen!
Du hast uns gerettet, hast unter uns Menschen gelebt.

aus der Ostkirche (in: Liese Hoefer, Atmende Erde)