Am Fest Maria Himmelfahrt feierten Sr. Merita Greimel, Sr. Eva Fink und Sr. Dora Tos ihr sechzigjähriges Berufungsjubiläum.
Sechs Jahrzehnte in den Diensten der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul sind ein zutiefst beeindruckendes Zeugnis des Glaubens und der gelebten Nächstenliebe.
Mit ihrem Wirken, ihrem Gebet und ihrer Treue haben sie uns Mitschwestern und unzähligen Menschen außerhalb der Gemeinschaft Mut, Vertrauen und Freude geschenkt. Im Rahmen der Festmesse, die Herr Visitator P. Klaus Backes CM in Konzelebration mit unserem ehemaligen Schwesterndirektor P. Alexander Jernej CM gefeiert hat, nannte er drei Meilensteine, die den Inhalt eines Berufungsjubiläums ausmachen. Er formulierte sie sinngemäß etwa so:
Treue: ein Jubiläum zeigt, dass Gott treu ist. Er hält den Menschen in Zeiten der Freude,
des Dankes und des Ringens. Eine Schwester, die sich Gott überlassen hat läuft nicht davon,
sie ist eine Glaubende und Vertrauende.
Gnade: alles Gelingen, aller Neubeginn waren und sind nicht eigene Leistung.
Als Berufene bin ich rundum Beschenkte.
Blick nach vorne: das heutige Fest lädt dazu ein, das ursprüngliche Versprechen mit dankbarem,
mit Erfahrung gefülltem und reifem Herzen neu zu sprechen.
Anschließend wurde kulinarisch, herzlich und entspannt weitergefeiert. Unter anderem hat Sr. Dora uns einen Einblick in die Anfänge ihrer Berufung gegeben, die sie schriftlich festgehalten hat.
Sr. Marianne las den Text vor und plötzlich befanden wir uns in der Zeitepoche der 60er Jahre – ja, das Leben damals ist mit heute nicht mehr vergleichbar. Wir haben viel gelacht, gemeinsam gesungen und einige Lieder wurden vorgetragen. Der Schwesternchor unter der Leitung von Schwester Marianne Schwarzl machte die gesamte Feier zu einem Hochgenuss für alle Sinne.
Sr. Philomena Schmidt
Anfänge des Rufens Gottes…
Anlass für mein Nachdenken über die ersten Schritte in die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul war mein 60-jähriges Berufungsjubiläum. Im Gespräch mit Sr. Philomena, einer Mitschwester von mir, ist der folgende Bericht entstanden.
Anfang des Weges meiner Berufung…
Je älter ich werde, umso bewusster wird mir, wie Gott mich bereits als junges Mädchen in den Weg der Nachfolge Christi führte.
Geboren wurde ich im slowenischen Weinhügelland zwischen Spielfeld und Ptuj. Meine Heimatpfarrkirche ist dem Hl. Urban geweiht, in ihr wurde ich getauft und gefirmt.
Es war Mitte der Sechzigerjahre. Ich lebte in Jugoslawien, wo das Tito-Regime überall spürbar war.
In dieser Zeit und in diesem Umfeld hat Gott ganz klar zu mir gesprochen. Es hat sich gelohnt, meine Vision zu verfolgen, einer Gemeinschaft mit Schwestern anzugehören, die blaue Kleider tragen.